Erlenbach war schon in früher Zeit über die Grenzen des Bernerlandes hinaus bekannt wegen seiner Vieh- und Warenmärkte. Dies beweist eine 1601 erschienene Schweizerkarte in italienischer Beschriftung, wo vom heutigen Kanton Bern bloss drei Örtlichkeiten aufgeführt werden: Berna, Erlibach und Frutingen! Es waren also schon im Mittelalter italienische Viehkäufer in Erlenbach anzutreffen! In seiner Bernischen Kirchengeschichte zitiert Professor Kurt Guggisberg einen Ausspruch des Pfarrers von Meikirch, welcher 1648 klagte, er habe Mühe, Kelchhalter zu finden, wenn Erlenbach-Markt sei, weil man «mit solchem Schwaal» dorthin laufe, dass niemand mehr zu Hause sei. Offenbar war damals auch am Sonntag Markt, oder was noch wahrscheinlicher ist, erstreckte sich dieser über eine ganze Woche. Bis zu 5000 Stück Vieh sollen gegen Ende des letzten Jahrhunderts (Eisenbahnbau) jeweilen in einem einzigen Herbst in Erlenbach verkauft worden sein. Wenn die Bauern einen guten Herbst hatten, profitierten davon natürlich auch die Marktfahrer, die auf dem Warenmarkt ihre Güter feilboten. Für die Versorgung des Tales mit wichtigen Verbrauchsgütern hatten diese Märkte eine grosse Bedeutung. So pflegten etwa die Erlenbacher Bauern ihren Vorrat an Tabak am Michaelsmarkt und am Maimarkt zu kaufen. Der Vorrat musste dann für ein halbes Jahr ausreichen.
Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Zahl der Besucher und der Händler ständig zurück., so dass die Erlenbacher-Märkte gänzlich aus dem Dorfbild verschwanden. Dank privater Initiative von Gemeindebürgern konnten der Michaelsmarkt und Maimarkt vor rund 25 Jahren zu neuem Leben erweckt werden. Seither sind sie bei Marktfahrern wie auch bei Besuchern gleichermassen beliebt. Auch Einheimische und die Schulen benutzen die Gelegenheit zur Präsentation ihrer Produkte. Die Vereine sorgen für Speise und Tranksame.
 Maimarkt
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