Das Agensteinhaus

Das Agensteinhaus (Talmuseum)

Das stattliche Haus steht direkt unterhalb des Dorfplatzes in Erlenbach. Es entstand nach dem verheerenden Dorfbrand von 1765. Als Erbauer darf der einheimische Zimmermeister Hans Messerli vermutet werden. Drei weitere ähnliche Bauten an der Hauptstrasse tragen seine Handschrift und fallen auch in die Phase des Wiederaufbaus nach dem Brand. Diese fällt just in die Zeit, in welcher die traditionelle Zimmermannskunst ihren Höhepunkt erreicht hatte, sich aber fortan auch neuen Einflüssen zu öffnen begann. Messerli richtete in seinen 86 Lebensjahren mehr als 285 Firsten in der Umgebung auf. 

Das „Agensteinhaus“ verkörpert den gängigen Typ des dreistubenbreiten Zweigenerationenhauses. Es wurde in der Simmentaler Bauweise erstellt, welche Ständer- und Blockbau harmonisch vereinigt. Obwohl es nicht mehr in der kurz zurückliegenden barocken Manier bemalt und beschriftet ist, gilt seine nach Süden ausgerichtete vollsymmetrische, stark gegliederte und verzierte Hauptfassade als ein Meisterwerk. Der Bau darf als Musterbeispiel eines Bauernhauses des späten 18. Jahrhunderts und als Juwel des Tales angesehen werden. 

Die interessante Geschichte der Auftraggeber ermöglicht den Einblick in das Leben einer Familie von damals. 

Der Name des Museums geht auf die Familie Agenstein aus dem Diemtigtal zurück, welche ab 1821 für fast 150 Jahre im Besitz der Liegenschaft war. Am Haus wurden wenig bauliche Veränderungen vorgenommen, weil die Familie dieses nie als Stammhaus bewohnte. Und so präsentiert es sich heute weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand. 

Der mit einem Ringzaun umfasste Garten trägt wesentlich zum abgerundeten Gesamteindruck bei. 

1973 wehrten sich die Erlenbacherinnen und Erlenbacher mit Erfolg gegen einen geplanten Abbruch und Wiederaufbau des Hauses in Gstaad. 1981 entstand aus einem im Jahre 1974 gegründeten Initiativkomitee die „Stiftung Agensteinhaus“. Diese erwarb das Kulturdenkmal und wandelte es im Zeitraum von sechs Jahren mit viel Herzblut und dank grosser Spenden zum Dorf- und Regionalmuseum um. Seit 1987 betreibt der Verein „Freunde des Agensteinhauses“ das Museum. Engagierte Leute in ehrenamtlichen Funktionen helfen das Haus mit Ausstellungen und Anlässen zu beleben und als Ort von Begegnungen anzubieten. Neue Vereinsmitglieder sind jederzeit willkommen! 

Was ist im Innern des Hauses zu sehen?
Im Keller- und in den Gadengeschossen ist eine Dauerausstellung mit meist talbezogenen Themen untergebracht. Schwerpunkte bilden Zimmermannskunst, Pferde- und Viehzucht, Alpwirtschaft, Urgeschichte, alte Handwerke und eine Webstube. 

Die drei Stuben im Hauptgeschoss, die einst dem Wohnen, Schlafen, Essen und Arbeiten dienten, sind massvoll mit antiken Möbeln eingerichtet und werden heute für wechselnde Ausstellungen, Empfänge, Vorträge, Zusammenkünfte, Lesungen oder Apéros genutzt. Sehenswert ist auch die imposante Rauchküche mit ihren Feuerstellen und dem mächtigen Bretterkamin. 

Das kulturelle Angebot im „Agensteinhaus“ ist vielfältig – ein Besuch lohnt sich bestimmt!

 

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Jahresprogramm Agensteinhaus

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