Die Kirche

Die Kirche

Weit über das Simmental hinaus bekannt und Reiseziel vieler Touristen ist die Kirche von Erlenbach. Zu ihrer erhöhten Lage über dem Grossdorf gelangt man über eine überdachte Brücke in Treppenform. Der unterste Querbalken dieser imposanten Konstruktion trägt die Initialen des einheimischen Zimmermeisters und das Datum der Erbauung: D T B (David Tschabold) IM 1816. 

In der Kirche finden die spätgotischen, über 500-jährigen Wandbilder reges Interesse. Sie zeigen im Schiff die ganze christliche Heilsgeschichte in eindrücklicher Weise. Wichtige Verkünder und Träger der christlichen Lehre finden im Chorraum ihren Platz. Die Kirche selbst ist möglicherweise fast doppelt so alt. Im elften oder zwölften Jahrhundert wurde das damalige vorromanische Gotteshaus durch den Bau einer einschiffigen, flachgedeckten Kirche mit eingezogener Apsis ersetzt. Innerhalb von zweihundert Jahren wurde das Gebäude gegen Osten vergrössert: Der quadratische Turmchor entstand. Der heute noch sichtbare Christophorus an der Südwand des Kirchenschiffes wurde um 1300 durch einen uns unbekannten Maler geschaffen. Im selben Jahrhundert wurde erstmals mit der ältesten noch heute erhaltenen Glocke geläutet. 1420 bis 1425 erfolgte eine umfassende Neugestaltung der Kirche: Vermauern der romanischen Fenster und des Nordeingangs, neue Rechteckfenster und neuer Südeingang, alles abgestimmt auf die Bemalung der Innenwände, die durch den „Meister von Erlenbach“ erfolgte. Auf ihn gehen die Bemalung des Chors, der Nordwand des Schiffs und der Westfassade mit der Christophorus-Darstellung zurück. Noch im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts bemalte der sogenannte „Südwandmeister“ die Südseite des Schiffs.

 1527/28 wurden im Zug der Reformation alle Wandmalereien übertüncht. In das 18. Jahrhundert gehören der hölzerne Taufsteindeckel von 1765, der an den Dorfbrand erinnert, und das Pfarrhaus von Niklaus Sprüngli. In der selben Zeit entstanden in der Kirche Rundbogenfenster im Kirchenschiff. Eine Holztonne ersetzte die Flachdecke, auf der Westseite wurde die Empore eingebaut, und das neuerstellte Gestühl im Schiff und im Chor lud zum Sitzen ein. Ebenfalls gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand die Kanzel.

1812 erfolgte der Einbau der Orgel, vier Jahre später der Bau der überdachten Kirchentreppe. Die Pfundscheune und die drei neuen Glocken der Aarauer Firma Rüetschi wurden noch vor dem Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen. 1931/32 wurden die Wandmalereien freigelegt und restauriert. 1939/40 wurde eine umfassende Kirchenrenovation mit Grabungen im Chorbereich vorgenommen. Eine erneute Renovation in den Jahren 1962/63 befasste sich noch einmal mit der Restauration der Wandmalereien und dazu der Aussenwände. Dabei wurden auch die Holztonne und das Gestühl abgelaugt.  Seither zeigt sich die Kirche ihren Besuchern in ihrer grossartigen Schlichtheit.

2003 wurde die Pfrundscheune in Ermangelung eines Kirchgemeindehauses aufwändig um- und angebaut. Dabei wurden Räume für die kirchliche Unterweisung geschaffen. Ein Saal und eine Küche ermöglichen eine vielseitige Nutzung.

Im Jahr 2010 wurde der Kirchturm neu mit Schindeln gedeckt, die Fassade renoviert und die Wandmelereien gereinigt.

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