Überschwemmungskatastrophe Erlenbach vom 22. August 2005Der 22. August wird der Erlenbacher Bevölkerung wohl ewig in Erinnerung bleiben. Mit einer völlig unerwarteten Kraft und Wucht entluden sich der Wildenbach sowie sämtliche kleineren und grösseren Rinnsale, Bächlein, Bäche und Gräben in die Simme. Infolge der anhaltenden Regenfälle des Wochenendes vom 20. und 21. August kam so viel Wasser zusammen, dass die Gewässer nicht mehr kontrolliert werden konnten.
Die Schäden in Erlenbach sind sehr gross, wenn auch das Ausmass bei uns wesentlich geringer ist als in unserer Nachbargemeinde Diemtigen und vielen Gemeinden im Berner Oberland und in der ganzen Schweiz. Ich rechne damit, dass die Aufräumarbeiten, das Wiederinstandstellen und die notwendigen Projekte allein in Erlenbach mehrere Millionen Franken kosten werden. Bis zum Wochenende sind die allernötigsten und wichtigsten Aufräumarbeiten, vor allem auch die „grobe Arbeit“, gemacht worden. Es bleibt aber noch viel zu tun. Vor allem die direkt Betroffenen werden sehr hart geprüft.
Die Bevölkerung war sehr betroffen von den Ereignissen, weil sie es sich schlichtweg nicht vorstellen konnte, dass etwas in diesem Ausmass passieren kann. Die Hilfsbereitschaft und der Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst, Samaritern, Baggerführern, Arbeitern und allen freiwilligen Helferinnen und Helfer waren ausserordentlich gross und wichtig. Auch die Zivilschutzleute der ZSO Niedersimmental leisteten sehr gute und wertvolle Arbeit.
Das Gemeindeführungsorgan wurde in seiner neuen Zusammensetzung gleich am Ernstfall „beübt“. Wir durften feststellen, dass vieles sehr gut lief, müssen aber andererseits erkennen, dass man bei einem solchen Ereignis immer überfordert ist. Die Verwaltung leistete die ganze Woche hindurch sehr wertvolle Dienste.
Wie geht es weiter? Die Aufräumarbeiten gehen natürlich unvermindert weiter. Bei allem Aufräumen darf man nicht vergessen, dass die Versicherungen benachrichtigt werden müssen (Gebäude- und Hausratversicherung, Hagelversicherung usw.). Alle Privatpersonen und Korporationen, deren Anlagen (Wiesen, Weiden, Strassen, Wege, Brücken usw.) in Mitleidenschaft gezogen worden sind, sollen sich unbedingt mit der Gemeindeverwaltung in Verbindung setzen, damit alle Elementarschäden mit dem entsprechenden Formular angemeldet werden können.
All die beschädigten Anlagen müssen nach der Katastrophe wieder instand gestellt werden. Dies dauert natürlich länger. Diese Arbeiten müssen gut geplant werden, damit nichts Überhastetes geschieht. Fachmännischer Rat und eine gezielte und richtige Planung wird sehr wichtig sein. Zentrale Bedeutung hat aber in jedem Fall die Finanzierung. Bevor teure Arbeiten in Auftrag gegeben werden, muss die Finanzierung und Höhe allfälliger Versicherungsentschädigungen oder anderer Hilfeleistungen bekannt sein.
Ich bin überzeugt davon, dass freiwillige Hilfe bei der Bewältigung all der Schäden bei uns in Erlenbach und bei unseren Nachbarn gefragt sein wird. Diese Einsätze müssen aber auch gut koordiniert werden können. Deshalb sind wir froh, wenn mögliche Einsätze auf der Gemeindeverwaltung Erlenbach (033 681 82 30) gemeldet werden.
Im Namen des Gemeindeführungsorgans und des Gemeinderats Erlenbach danke ich allen für ihre Mithilfe, ihr Mitgefühl mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern und hoffe, dass so etwas nicht mehr passieren wird.
Martin Jutzeler Gemeinderatspräsident |